Ausbildung läuft derzeit online
Buchholzer Feuerwehren als Youtuber
os. Buchholz. Feuerwehrleute sind es gewohnt, in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Kein Wunder, dass die Mitglieder der fünf Freiwilligen Feuerwehren in Buchholz auch während der Corona-Zeiten für die Sicherheit der Bürger ihre Ausbildungsdienste fortführen. Weil die praktischen Dienste wegen der Kontaktbeschränkungen nicht am Gerätehaus an der Bendestorfer Straße stattfinden können, sind die Ausbilder um Hauptorganisator Matthias Freudenberg und Gruppenführer Lars Hartung unter die Youtuber gegangen. "Wir haben seit vergangenem Mai eine Infrastruktur aufgebaut, um die Ausbildungsdienste online durchführen zu können", berichtet Matthias Freudenberg.
Allein in den ersten beiden Monaten diesen Jahres führte die Freiwillige Feuerwehr Buchholz 21 Onlineveranstaltungen durch, deren Vorbereitung viel Zeit in Anspruch nimmt. Dadurch konnten z. B. vorgeschriebene Dienste wie die "Unfallverhütungsvorschriften" oder die jährliche Unterweisung in die Atemschutzgeräte absolviert werden. Die Online-Unterrichte umfassten, teilweise mit Unterstützung externer Dozenten, auch alternative Antriebstechniken im Pkw-Bereich oder den richtigen Umgang mit Motorkettensägen. Der Dozent nimmt Videoclips auf, schneidet diese zusammen und stellt den Inhalt später im Online-Unterricht vor. Auch die Jugendfeuerwehr und die Tauchergruppe nutzen die Youtube-Videos regelmäßig.
Freudenberg und Hartung loben die gute Resonanz und die große Disziplin der Kameraden. Gerade bei jüngeren Feuerwehrleuten sei es eine Belastung, sich nach einem Tag im Homeoffice oder -schooling auch abends noch vor den Rechner zu setzen.
Auch wenn sich die Online-Ausbildung bewährt hat und Teile auch nach dem Ende der Pandemie genutzt werden sollen, sehnen sich die Ausbilder Präsenzdienste vor Ort herbei. "Der praktische Anteil der Ausbildung fehlt ganz klar. Er ist das Salz in der Suppe", stellt Freudenberg klar. Der direkte Kontakt sei auch wichtig, um sich kennenzulernen und zu erkunden, wie der andere tickt, ergänzt Hartung. Bei Einsätzen sei es von Vorteil, seine Kameraden genau einschätzen zu können.
Ortsbrandmeister Ralf Behrens-Grünhage hat eine weitere Sorge: Er fürchtet, dass insbesondere junge Feuerwehrleute, die gerade erst ihre Truppmannausbildung abgeschlossen haben und in den aktiven Dienst eingetreten sind, von der Stange gehen könnten. Viele junge Kameraden drohten den praktischen Bezug zu verlieren, das könne online nur zum Teil kompensiert werden. Auch deshalb hoffen die ehrenamtlichen Helfer, dass sie sofort zum Zug kommen, wenn bei der Corona-Impfung die nächste Stufe erreicht ist. Anders als Mitarbeiter im Rettungsdienst und bei der Polizei, die zum großen Teil bereits ihre Impfung erhalten haben, sind die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in der Priorisierungskategorie 3 eingeordnet und müssen noch warten.
Redakteur:Oliver Sander aus Buchholz | |
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