Einzigartiges Engagement
Bundesverdienstkreuz für Beckdorferin Hannelore Will
Für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Belange von Pflegekindern hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Beckdorferin Hannelore Will das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Landkreis-Sozialdezernentin Susanne Brahmst händigte der 77-Jährigen jetzt bei einem Empfang im Jugendhaus am Vorwerk den Orden und die Verleihungsurkunde aus.
„Große Menschlichkeit, außergewöhnliches Engagement und Einfühlungsvermögen, warmherzig, liebevoll, ein unschätzbarer Wert für die Gesellschaft, Jahrzehnte langer hoher persönlicher Einsatz – das sind nur einige Eigenschaften, die im Zusammenhang mit der Ordensanregung über Hannelore Wills Engagement erwähnt werden“, sagte Susanne Brahmst in ihrer Laudatio.
Will wird für ihr über 40 Jahre währendes Engagement für Pflegekinder geehrt. Die „Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege“ in Pflegefamilien stellt innerhalb erfordert besonderes Engagement in der Kinder- und Jugendhilfe. Die eigentliche Erziehungsleistung wird im Alltag der Pflegefamilie geleistet. Dabei ist die familiäre „Normalität“ das Ziel.
Seit 1977 lebt Will in Beckdorf. Zunächst hat sie neben ihren eignen Kindern seit 1979 zwei Vollzeitpflegekinder betreut. Von 1994 bis 2001 engagierte sich Will zudem im Rahmen der Tschernobyl-Hilfsaktion und nahm einmal jährlich zwei Kinder für vier Wochen zur Erholung auf. Weiterhin hat sie sich mit außergewöhnlichem Engagement in der Langzeit- und Bereitschaftspflege eingesetzt und dabei von 1998 bis 2022 insgesamt 93 Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren mit großer Menschlichkeit bei sich aufgenommen. Besonders hervorzuheben ist, dass Will Kinder aufgenommen hat, die sich in herausfordernden Lebensumständen befanden und deren Wohl seitens des Jugendamtes als gefährdet eingeschätzt wurden.
„Das Bundesverdienstkreuz bekommen Menschen, die heute das Fundament unseres Zusammenlebens und unserer Lebensgrundlagen stärken, damit wir uns auch morgen darauf stützen können, Menschen mit einem festen Wertekompass, die aktive Arbeit für die Nächsten und damit das Gemeinwohl leisten. Menschen wie Sie, liebe Frau Will!“, so Dezernentin Brahmst.
Zusätzlich zu ihrer Arbeit in der Bereitschafts- und Langzeitpflege hat Will sich um Kinder mit seelischen, geistigen und oder körperlichen Beeinträchtigungen gekümmert. Unter den vielen Kindern, die ihre Hilfe benötigten, waren beispielsweise zwei Brüder, die mit schweren geistigen Beeinträchtigungen zu ihr kamen. Des Weiteren nahm sie ein körperlich stark traumatisiertes und misshandeltes Kind auf, begleitete das Mädchen über die Volljährigkeit hinaus und bot fortwährend Unterstützung und Pflege, um sicherzustellen, dass es die bestmögliche Fürsorge und Hilfe erhielt, um ihr Leben trotz der Schwierigkeiten zu bewältigen.
Cellistin Jasmin Mai sorgte für den musikalischen Rahmen der Feier im Jugendhaus Am Vorwerk. Dessen Leiter Sascha Weiß hob in seiner Begrüßung die Lebensleistung der Geehrten hervor: „Was Sie bereit waren der Gesellschaft zu geben, ist wirklich einzigartig.“
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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