Kommunalwahl: UWG kandidiert nicht für den Stadtrat
os. Buchholz. „Wir haben Ideen statt Ideologien. Wir wollen uns konsequent für eine bürgerorientierte und sozial kompetente Kommunalpolitik und Stadtverwaltung mit mehr Demokratie in Buchholz mit seinen Ortsteilen einsetzen!“ So steht es auf der Internetseite der Unabhängigen Wählergemeinschaft Buchholz Holm-Seppensen (UWG). Die hehren Ziele treffen jetzt auf die bittere Wahrheit: Die UWG zieht sich aus der Buchholzer Stadtpolitik zurück und wird bei der Kommunalwahl am 11. September nicht für den Stadtrat kandidieren. Nur für den Ortsrat in ihrem Heimatort Holm-Seppensen wird die Wählergemeinschaft um den jüngst wiedergewählten Vorsitzenden Hannes Henk Kandidaten aufstellen.
UWG-Ratsherr Hans-Heinrich Hohls nennt vor allem den Zeitfaktor als Grund für den Rückzug. Die Lokalpolitik sei so zeitaufwendig geworden, dass sie von Berufstätigen kaum noch zu leisten sei. „Wenn ich mich vernünftig auf ein Thema vorbereiten möchte, bin ich immer im Nachteil zu anderen Ratsmitgliedern, die nicht voll im Beruf stehen“, sagt Hohls. Die Drucksachen seien teilweise so umfangreich, dass eine genaue Abwägung von Vor- und Nachteilen von wichtigen Entscheidungen kaum möglich sei, gerade für kleine Parteien und Einzelkämpfer im Rat. „Große Fraktionen können Aufgaben delegieren, wir Kleine haben dafür gar nicht die Ressourcen“, so Hohls. Deshalb habe man sich schweren Herzens zum Rückzug entschieden, erklärt Henk. Ein Schritt, über den in Neu Wulmstorf auch die Grünen nachdenken. Bei einer Mitgliederversammlung im Mai soll entschieden werden, ob die Grünen am 11. September antreten oder nicht.
Verbittert sei er nicht, wohl aber enttäuscht, sagt UWG-Ratsherr Hohls, der während der Wahlperiode für Henk in den Stadtrat nachrückte. Enttäuscht vor allem, dass das wichtigste Anliegen der UWG - die Realisierung des Ostrings - nicht umgesetzt werden konnte. „Als kleine Wählergemeinschaft geht man bei diesem Thema unter und wird im Geplänkel der großen Parteien zerrieben“, kritisiert Hohls. Er habe das Gefühl, dass es bei der Diskussion um den Ostring nicht mehr um die Sache, sondern nur noch ums Prinzip gehe. „Die Verkehrsprobleme in Buchholz müssen endlich gelöst werden“, betont Henk. Man müsse der Öffentlichkeit deutlich machen, dass sich die Ostring-Gegner SPD, Grüne und Buchholzer Liste dieser Verantwortung nicht stellen.
In Holm-Seppensen will die UWG weiter Flagge zeigen und sich für das Wohl der Ortschaft einsetzen. Vor allem der Sportplatzneubau des SV Holm-Seppensen am Tostedter Weg sei wichtig. Hohls und Henk loben die Zusammenarbeit im Ortsrat mit allen anderen Parteien. Dort stehe die Sachpolitik im Vordergrund - also genau das, was die UWG im Buchholzer Stadtrat vermisst.
Redakteur:Oliver Sander aus Buchholz | |
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