Heimat- und Verkehrsverein Estetal
Oscar für "Lutz" Hauschild
bim. Hollenstedt. Seit 50 Jahren setzt sich der Heimat- und Verkehrsverein Estetal mit großem ehrenamtlichen Engagement dafür ein, die Region für Einheimische und Besucher attraktiv zu gestalten. Dieses Jubiläum wurde jetzt mit zahlreichen Mitgliedern und Gästen, umrahmt von der Musik der "Appeltown Washboard Worms", im Gasthof Emmen gefeiert. Eine besondere Ehre wurde Vorsitzendem Ludwig "Lutz" Hauschild zuteil, der den Verein seit 30 Jahren anführt: Seine Stellvertreterin Anette Meyer, die sich für die plattdeutsche Laudatio als "Gertrud Schluderich" verkleidet hatte, und Mitglied Gerd Pillip überreichten ihm für sein Engagement eine Ehrenurkunde und einen Oscar.
Der Einsatz des rührigen Vereins zum Wohle der Gemeinschaft wurde auch vom Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke sowie von Bürgermeister Jürgen Böhme gewürdigt. Böhme verglich die engagierten Mitglieder und ihr vielfaches Wirken mit dem der Heinzelmännchen.
Rückblick: Am 24. November 1969 wurde der Verein von 35 interessierten Bürgern in Appelbeck auf Initiative des damaligen Hollenstedter Pastors Romberg gegründet. Aufgaben des Vereins sollten u.a. sein: die Attraktivität der Region für den Fremdenverkehr zu steigern, Kenntnisse über Land und Leute vermitteln sowie örtliche Traditionen zu pflegen.
Zum ersten Vorsitzenden wurde der Moisburger Heimatforscher Artur Conrad Förste gewählt. 1970 zunächst unter dem Titel „Fremdenverkehrsverein Estetal“ eingetragen, wurde 1982 der Vereinsname geändert in „Heimat- und Verkehrsverein Estetal e.V.“ mit Sitz in der Samtgemeinde Hollenstedt.
In der 50-jährigen Geschichte des Vereins gab es nur wenige Wechsel im Vorstand: Auf den Gründungsvorsitzenden folgte 1974 Herbert Woltmann, der erste Samtgemeindedirektor Hollenstedts nach der Gebietsreform. Durch dessen vielseitige Verbindungen wurden viele der Vereinsziele umgesetzt. So wurden Rad- und Wanderwege ausgetüftelt und interessierte Gruppen durch die Region und an deren attraktive historische Plätze geführt. Nach 14-jähriger Vorstandsarbeit trat Woltmann 1988 zurück. Er ist dem Verein aber bis heute eng verbunden. Ihm folgte Uwe Bauch und nach einem Jahr bereits Ludwig Hauschild. Für seinen Einsatz um Erhalt und Pflege von Natur und Landschaft in der Region erhielt „Lutz“ Hauschild 2013 den Bürgerpreis für den Landkreis Harburg. 2014 wurde er mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.
1990 begann der Verein mit der Pflanzung von Obstbaum-Patenschaftsalleen anstelle von Straßenbäumen wie Birken oder Linden, um die alten Sorten zu erhalten. Auch an der Pflanzung der Lindenallee 2005 auf dem Hollenstedter Friedhof zum 100. Geburtstag von Max Schmeling war der Verein maßgeblich beteiligt.
Ab 2010 stellten die Vereinsmitglieder an den Wanderwegen der Region - speziell am Estewanderweg zwischen Bötersheim und Moisburg - geschnitzte Wegweiser und botanische Lehrtafeln auf und pflanzten die jeweiligen „Bäume des Jahres“ hinzu. Aufgrund des großen Interesses entstand aus diesen von Dr. Berthold Hohmann und Ludwig Hauschild getexteten und gestalteten Tafeln das Buch "Bäume und Sträucher am Estewanderweg", dessen vierte Auflage in Vorbereitung ist. Auch stellte der Verein entlang vieler Wege und an besonderen Plätzen der Samtgemeinde zahlreiche Sitzbänke auf und pflegt diese.
Im Ringwall der „Alten Burg“ entstand ab 2011 in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum Hamburg sowie Kindern und Lehrern der Estetalschule Hollenstedt ein mittelalterlicher Garten.
Seit 2004 wird zudem neun Mal im Jahr zum „Plattdeutschen Abend“ in die Gasthöfe der Region eingeladen, der viel Anklang beim Publikum findet. Seit 2014 erscheint zweimal im Jahr das von Dr. Berthold Hohmann ins Leben gerufene Vereinsmagazin "Der Estetaler", in dem u.a. über Geschichte, Kultur und Natur der Este-Region informiert wird. Rechtzeitig zum Jubiläumsfest ist das neue Heft fertig geworden, das diesmal die Este als Hauptthema behandelt.
Aktuell zählt der Heimat- und Verkehrsverein rund 170 Mitglieder.
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