Moment Mal
(Wahl-)Kampf mit harten Bandagen
Es ist Wahlkampf in Jesteburg, und zum Ende hin wird von den Unterstützern der beiden Samtgemeinde-Bürgermeister-Kandidaten mit harten Bandagen gekämpft. Während die parteilose Claudia von Ascheraden und CDU-Kandidat Christian Horend versuchen, mit ihren Ständen auf dem Wochenmarkt oder vor Supermärkten die Wähler persönlich von sich zu überzeugen, wird im Hintergrund mit Dreck geworfen.
Mitglieder der CDU blasen die Absage von Ascheradens an einer Veranstaltung des Gewerbevereins derartig zum Politikum auf, dass sich der Vorstand des Gewerbevereins anschließend öffentlich davon distanzieren muss.
Die Schulinitiative schickt aufgrund einer vermeintlichen Aussage Horends direkt einen offenen Brief an den Landrat - zu den Unterzeichnern gehören Mitglieder der SPD und Grünen, die von Ascheraden unterstützen.
Vom Ton in den sozialen Netzwerken ganz zu schweigen. Plötzlich tummeln sich in Jesteburger Facebook-Gruppen neue Mitglieder aus anderen Ortschaften, die außer haltloser Kritik an den Kandidaten nicht viel mitzuteilen haben. In einer Gruppe waren persönliche Attacken und Beleidigungen so schlimm, dass der Moderator sie kurzerhand gelöscht hat. Verfolgt man die Diskussionen muss man den Eindruck gewinnen, dass das Dorf tief gespalten ist.
Jeder Schlag, der jetzt unter die Gürtellinie geht, erschwert die Zusammenarbeit nach der Wahl. Anstatt die positiven Attribute und Inhalte des eigenen Kandidaten hervorzuheben, versucht man lieber, den anderen klein zu machen. Das zeugt von schlechtem Stil - und wirft die Frage auf, ob man es dem eigenen Kandidaten nicht zutraut, die Wähler aus eigener Kraft zu überzeugen.
Anke Settekorn
Redakteur:Anke Settekorn aus Jesteburg |
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