Fünf kranke Kirschbäume müssen gefällt werden
Am Lühedeich ist nicht gut Kirschen essen
lt. Altes Land. Blühende Kirschbäume erfreuen jedes Frühjahr aufs Neue Einheimische wie Touristen im Alten Land. Besonders malerisch sind natürlich die Kirschbäume, die außerhalb der Plantagen, zum Beispiel am Lühedeich, stehen. Doch genau um die gibt es bereits seit mehreren Jahren immer wieder Streit.
Auf der einen Seite stehen dabei einige Anwohner, die sich sowohl am Anblick als auch an den Früchten der Bäume erfreuen und für die die Bäume einfach zum Ortsbild dazugehören.
Auf der anderen Seite stehen die Deichverbände, die den Küstenschutz im Blick haben, die Deiche regelmäßig inspizieren und immer wieder die ersatzlose Fällung von Bäumen am Deich anordnen.
Aktuell sollen in Absprache zwischen den Deichverbänden der I. und II. Meile Alten Landes insgesamt fünf Kirschbäume am Lühedeich gefällt werden. Laut Wilhelm Ulferts, Oberdeichrichter des Deichverbandes der II. Meile Alten Landes, hat ein Sachverständiger des Obstbauversuchsrings bei der letzten Deichschau festgestellt, dass die betroffenen Bäume an der so genannten Little Cherry Disease (LCD, siehe Kasten) leiden.
Weil es sich dabei um eine ansteckende Krankheit handele, gebe es keine Alternative zum vollständigen Entfernen der Bäume, inklusive der Wurzel, so Ulferts. Die Kosten pro Baum würden dafür etwa 1.000 Euro betragen.
"Wir sind wirklich bemüht, Lösungen im Sinne der Anwohner zu finden, und reden auch mit den Leuten", sagt Wilhelm Ulferts. So würden vielerorts auch die gesunden Bäume an und auf den Deichen von den Verbänden geduldet. Zudem sei es Grundstückseigentümern erlaubt, im Schatten ihrer Häuser auf dem eigenen Grund und Boden, neue Bäume zu pflanzen.
Ulferts weist in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass es sich bei Kirschbäumen um Kulturbäume handelt, die regelmäßig geschnitten und gepflegt werden müssen, um gesund zu wachsen. Eine solche Aufgabe zu übernehmen, sei oft aber niemand bereit. (lt). Die Little Cherry Disease ist eine virale Infektionskrankheit, mit der ausschließlich Kirschbäume infiziert werden können. Das Virus kam Anfang der 1990er Jahre aus Nordamerika nach Deutschland, erklärt Martin Kockerols, Steinobstexperte des Obstbauzentrums Esteburg. Es habe mehr als zehn Jahre gedauert, bis klar war, dass die Krankheit von der Ahornschmierlaus übertragen werde. Inzwischen habe man die Krankheit gut im Griff, doch es gebe immer wieder Bäume in Gärten oder am Deich, bei denen die Krankheit diagnostiziert werde. Diese müssten dann komplett entfernt werden, da die Little Cherry Disease "ansteckend" und "unheilbar" sei. Symptome seien unter anderem Früchte, die nicht mehr rot werden und nicht mehr schmecken sowie ein kränkliches Erscheinungsbild des Baums. Was ist die Little Cherry Disease?
Redakteur:Lena Stehr |
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