103 Minuten im Erdschatten
Längste Mondfinsternis des Jahrhunderts / Mars so nah an der Erde wie lange nicht
(as). Das war ein Jahrhundert-Ereignis: 103 Minuten lang war am Freitagabend der Mond in den Schatten der Erde eingetaucht. Die nächste Mondfinsternis dieser Länge wird erst wieder 2123 erwartet.
Bei tropischen Temperaturen lockte das Natur-Schauspiel zahlreiche Zuschauer nach draußen. Ob mit Teleskop, Kamera, Fernglas oder dem bloßen Auge: In den Landkreisen Harburg und Stade machten es sich die Menschen auf Decken und Campingstühlen bequem und genossen bei einem Glas Wein den Blick auf den Mond. Darunter auch einige Hobby-Astronomen wie Johannes Lüth aus Guderhandviertel (Landkreis Stade) oder Peter Wiegel (Landkreis Harburg), denen beeindruckende Aufnahmen gelungen sind. "Seit 18 Jahren fotografiere ich Himmelskörper. Diese Mondfinsternis ist jedoch etwas besonderes gewesen, dass der Mond so lange rot zu sehen ist, ist selten", sagt Johannes Lüth.
Bei einer Mondfinsternis liegen Sonne, Mond und Erde auf einer Linie, der Vollmond tritt bei einer totalen Mondfinsternis vollständig in den Schatten der Erde ein. Seine rote Farbe erhält der "Blutmond" durch Sonnenlicht, das in der Erdatmosphäre gebrochen wird - lediglich die langwelligen roten Lichtanteile fallen auf den Mond und lassen ihn für uns leuchtend rot erscheinen.
Zusätzlich zum Jahrhundert-Mond erfreute ein weiterer Himmelskörper die Beobachter: Der Mars flog mit rund 58 Millionen Kilometern Entfernung so dicht an der Erde vorbei wie zuletzt vor 15 Jahren. Mit bloßem Auge konnte man den roten Planeten, der durchschnittlich 228 Millionen Kilometer von uns entfernt ist, erkennen. Die Konstellation von Blutmond und dem nahem Mars ist etwas ganz Besonderes, sie wird es so erst in etwa 105.000 Jahren wieder geben.
Redakteur:Anke Settekorn aus Jesteburg |
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