Tierschutzverein zieht Bilanz
207 tot aufgefundene Haustiere in gut einem Jahr
ts. Hittfeld. Ein Tierschutzverein aus Seevetal hat in diesem Jahr überregional auf sich aufmerksam gemacht. Der Verein zur Hilfe und Unterstützung tot aufgefundener Haustiere mit Sitz in Hittfeld, im Internet auch als Haustiertotfund e. V. bekannt, brachte zwei besonders grausame Fälle von Tierquälerei an die Öffentlichkeit: Die 1. Vorsitzende Julia Welsch kümmerte sich um tote Welpen, die Unbekannte bei Marschacht aus einem fahrenden Auto geworfen hatten, und um sechs tote Katzenbabys mit gebrochenem Genick, die ein Spaziergänger in Over entsorgt in einer Hecke gefunden hatte.
Dass der Verein Fälle von ungewöhnlich schwerer Tiermisshandlung an die Öffentlichkeit bringt und mit Hilfe seines Netzwerks nach den Tätern sucht, ist nicht seine Haupttätigkeit. Nach Angabe des Vereins kümmern sich in der Regel mittlerweile mehr als 60 ehrenamtliche Bergungshelfer um eine würdevolle Behandlung von Haustieren, die der Tod auf der Straße ereilt hat. Die jüngste Helferin ist neun Jahre alt.
Seit dem 21. September 2018, ursprünglich als im Internet organisierte Initiative und heute als eingetragener Verein, sind dem Verein 207 tot aufgefundene Haustiere gemeldet worden. Davon sind 204 Katzen und drei Hunde. "In 146 Fällen konnte der Verein den Besitzer ausfindig machen", zieht Julia Welsch Bilanz. Das ist ihr und den anderen Bergungshelfern wichtig, damit der Besitzer von dem Schicksal seines Tieres erfährt und Abschied nehmen kann. Nicht selten nehmen Haustiere die Rolle eines Familienmitglieds ein.
60 Katzen hat der Verein auf einem dafür vorgesehenen privaten Grundstück beerdigt. "In Zukunft werden wir tot aufgefundene Haustiere im Tierkrematorium in Hanstedt einäschern lassen", sagt Julia Welsch. Die Kosten trage der Verein. Dazu sei er auf Spenden angewiesen.
Die Fundstellen verteilen sich nicht gleichmäßig im Landkreis Harburg, dem Tätigkeitsraum des Vereins. In den Städten Winsen und Buchholz sowie den Ortschaften Meckelfeld und Maschen und in der Elbmarsch würden mehr Haustiere tot aufgefunden als anderswo, zeigt die Statistik des Vereins. Auffällig selten seien Haustiere in Hittfeld, Fleestedt und Jesteburg tot aufgefunden worden. Eine Erklärung dafür hat Julia Welsch nicht.
Viele kommunale Verwaltungen und andere öffentliche Partner melden dem Verein mittlerweile tot aufgefundene Haustiere. Die Autobahnmeisterei in Hittfeld zähle dazu, die Polizeikommissariate in Winsen, Maschen und Buchholz, die Autobahnpolizei Winsen, die Stadt Buchholz, die Samtgemeinden Tostedt, Hanstedt, Elbmarsch, die Gemeinden Seevetal, Stelle und Neu Wulmstorf arbeiteten mit dem Verein zusammen, sagt Julia Welsch. Zu den Partnern zähle zudem das Tierheim in Buchholz.
In vielen Fällen würden Menschen fremde, tot aufgefundene Haustiere in ihren Gärten beerdigen. Das sei gut gemeint, aber hinderlich: "Das nimmt uns die Chance, den Besitzer zu ermitteln. Er bleibt damit im Ungewissen über das Schicksal seines Haustieres", sagt Julia Welsch. Stattdessen solle jeder, der ein Haustier tot auffinde, den Verein benachrichtigen.
Zwei bis drei Stunden je tot aufgefundenem und gemeldetem Haustier ist Julia Welsch, von Beruf Bestatterin, in ihrer Freizeit beschäftigt. Was motiviert sie zu diesem ehrenamtlichen Engagement? "Wir möchten, dass die Besitzer Gewissheit über ihr Tier erlangen und Abschied nehmen können. Das ist eine Herzensangelegenheit."
Weitere Informationen unter www.haustiertotfund.de. Der Verein zur Hilfe und Unterstützung tot aufgefundener Haustiere ist erreichbar unter Telefon 04105-4075992 oder per E-Mail an info@haustiertotfund.de.
Redakteur:Thomas Sulzyc aus Seevetal | |
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