SERIE "DIE FRAGEN-STAFFEL", TEIL 4
Jung-Politiker der Grünen: Junge Menschen für Politik begeistern
jd. Stade. Wer sind die Akteure, die in Stade Politik betreiben? Viele Bürger wissen gar nicht, wer vor Ort die Entscheidungen trifft, von denen oftmals auch sie betroffen sind. Um ein wenig Interesse an der Kommunalpolitik zu wecken und um zu erfahren, wie die Politiker über bestimmte Themen denken, hat das WOCHENBLATT eine Serie initiiert. Sie trägt den Titel: "Die Fragen-Staffel".
Das Motto der Serie lautet: "Ich hätte mal drei Fragen". Diese drei Fragen bekommt ein Stader Kommunalpolitiker gestellt. Danach nominiert der Befragte einen anderen Politiker, für den er wiederum drei Fragen formuliert. Es gilt dabei folgende Spielregel: Die Person, der die Fragen gestellt werden, muss einer anderen Partei bzw. Fraktion angehören. In der vierten Runde richtet der CDU-Ortsvereinsvorsitzende Prof. Dr. Felix Kruse drei Fragen an einen jungen Politiker der Grünen, den Stader Ratsherrn Tim Evers.
Lesen Sie hier alle Artikel aus der Serie "Fragen-StaffelFelix Kruse: Du bist unser jüngstes Ratsmitglied und hast auf Anhieb eine beeindruckende Zahl an Stimmen bekommen. Dazu hast du mit deiner Webseite und auf Instagram einen sehr professionellen medialen Auftritt. Welche strategischen Ziele verfolgst du für deine politische Zukunft?
Tim Evers: Derzeit schreibe ich mein Abitur und werde die Schule im Sommer verlassen. Folglich muss ich meine Ämter in der Schülervertretung, die mir gezeigt haben, wie viel man bewegen kann, leider abgeben. Da ich studieren möchte (vorzugsweise in Hamburg), kann ich mir durchaus vorstellen an der Uni in der Studierendenvertretung mitzuwirken. Sehr gerne möchte ich auch mein Amt im Stadtrat weiter ausüben.
Generell möchte ich mich in der Zukunft weiterhin engagieren, mich für junge Menschen einsetzen und sie für die Politik begeistern. Vorstellen kann ich mir definitiv, neue Arten der Politik – sei es auf Landes- oder Bundesebene – kennenzulernen. Ob das klappt, wird sich zeigen. Lust hätte ich definitiv.
Felix Kruse:Deine Generation hat mit Fridays for Future auf Bundesebene schon eine Menge bewegt. In der Politik, also in Parteivorständen oder wie bei uns im Stadtrat, ist die jüngere Generation jedoch schon seit Jahren deutlich unterrepräsentiert. Woran liegt das und wie kann man das ändern?
Tim Evers: In meiner Wahrnehmung ist ein Hauptproblem der Politik, dass sich junge Menschen von dieser nicht angesprochen fühlen. Für viele erscheint die eigentliche politische Arbeit langweilig und wenig interessant. Um grundsätzlich die politische Partizipation von jungen Menschen zu fördern, ist es essentiell, diese adressatengerecht anzusprechen und ihnen zu zeigen, dass sich für ihre Meinungen interessiert wird. Dabei ist es wichtig, kurzfristige Erfolgserlebnisse zu schaffen. Gleiches gilt auch, um junge Menschen für die Politik zu begeistern. Es ist vor allem wichtig, aufzuzeigen, dass Politik interessant sowie spannend ist und nicht nur aus der Arbeit mit langen, komplizierten Texten besteht.
Felix Kruse:Wir sind beide Mitglieder einer evangelischen Gemeinde. Was bedeuten die christlichen Werte für dich in deinem politischen Handeln? Welche inhaltlichen Ziele leitest du daraus ab?
Tim Evers: Toleranz und Respekt sind für mich zwei grundlegende Werte, die es zu beachten gilt. Es ist mir sehr wichtig, dass die eigene Meinungsbildung multiperspektivisch verläuft. Dazu gehört auch, sich andere Meinungen anzuhören und auf diese einzugehen. Bei allen inhaltlichen Differenzen darf der Respekt niemals fehlen. Sowohl in der Politik als auch außerhalb dieser. Bedeutsam ist für mich auch der Aspekt der Nächstenliebe. Wir alle sollten nicht nur auf uns schauen, sondern auch auf die anderen Menschen und überlegen, wie wir diese unterstützen können. Besonders in der derzeitigen Situation wird wieder deutlich, wie wichtig es ist, dass wir allen Menschen mit offenen Armen begegnen und sie unterstützen.
• Tim Evers stellt in der nächsten Mittwochs-Ausgabe des WOCHENBLATT drei Fragen an die SPD-Ratsherrin Elena Brückner.
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