Abschied aus dem Kreistag nach 24 Jahren
Stader CDU-Politiker Oliver Grundmann gibt sein letztes Mandat ab

- Landrat Kai Seefried (li.) überreicht Oliver Grundmann zum Abschied aus dem Stader Kreistag einen "Landkreis-Klinker"
- Foto: Daniel Beneke/LK Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag hat der Stader CDU-Politiker Oliver Grundmann nun auch seine Tätigkeit in einem kommunalen Parlament beendet. Grundmann legte sein Mandat im Stader Kreistag nieder. Er wurde auf der Kreistagssitzung am heutigen Montag (31. März) verabschiedet. Landrat Kai Seefried überreichte dem Ex-MdB zum Abschied einen Klinker. Der Ziegelstein soll symbolisieren, dass man auf Grundmann stets habe bauen können.
Nicht wieder angetreten
Grundmann hatte im vergangenen Jahr bekanntgegeben, dass er nicht für eine vierte Bundestags-Wahlperiode zur Verfügung steht. Allerdings wäre eine erneute Nominierung als Direktkandidat für den Wahlkreis Stade I - Rotenburg II mehr als fraglich gewesen. Es gab parteiinterne Kritik. U.a. wurde Grundmann vorgeworfen, zu wenig Präsenz in der Region zu zeigen. Nachfolgerin Grundmanns im Bundestag ist Vanessa-Kim Zobel aus Bremervörde (Landkreis Rotenburg). Die Bankkauffrau hatte bei der Bundestagswahl im Februar das Direktmandat in Grundmanns ehemaligem Wahlkreis errungen.
Tätig für internationale Wirtschaftskanzlei
Grundmann bleibt aber auch nach Beendigung seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter in Berlin. Dort arbeitet er künftig für die internationale Wirtschaftskanzlei Dentons. Der Jurist unterstützt das Dentons-Team in der Bundeshauptstadt - als sogenannter „Of Counsel“. Das heißt, er wird die Kanzlei mit seinem Wissen beraten, aber nicht als fester Partner oder Angestellter, sondern als freier Berater, der zu bestimmten Aufträgen und Projekten als Experte hinzugezogen wird.
Grundmanns Schwerpunkt bei Dentons liegt auf dem Energiebereich. Besonders wichtig sei dabei sein Wissen über den Wechsel von herkömmlichen Energieformen wie Kohle und Gas hin zu erneuerbaren Energien wie Windkraft, Biogas oder Wasserstoff, heißt es in einer Mitteilung von Dentons. Grundmanns Expertise sei u.a. gefragt, wenn es um große Infrastrukturprojekten gehe – etwa, wenn neue Energieanlagen geplant und gebaut werden sollen. Seine Erfahrungen aus der Politik und seiner früheren Tätigkeit als Geschäftsführer beim Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Karl Meyer AG soll Grundmann nutzen, um Unternehmen zu beraten, die in den Klimaschutz investieren wollen oder rechtliche Fragen zu Energie und Umwelt haben. Ziel sei es, gemeinsam mit Dentons nachhaltige Projekte zügig und erfolgreich umzusetzen.
Konstruktiv-kritischer Austausch
In seiner letzten Kreistags-Rede bedankte sich Grundmann für "die fruchtbare Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg". Es habe im Kreistag und in den Ausschüssen immer konstruktiv-kritischen Austausch gegeben. In seinen 24 Jahren als Kreistagsmitglied habe er sich stets darum bemüht, überparteiliche Brücken zu bauen, um zum Wohle der Region zu agieren. Trotz seines neuen beruflichen Mittelpunktes in Berlin bleibe er seiner Heimatregion weiterhin verbunden, so Grundmann. Es gehe schließlich darum, diese Region zukunftsfähig zu machen.
Industrielle Entwicklung vorantreiben
Mit aller Kraft müsse die industrielle Entwicklung des Landkreises Stade vorangetrieben werden, um den Wohlstand zu sichern und Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten, meint der scheidende Kreistagsabgeordnete. Dabei müsse man die Transformation in Richtung Klimaneutralität im Blick behalten, sich dabei aber einen klaren Pragmatismus bewahren und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen. Es sei mit Augenmaß ein Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie zu schaffen. Auch von Berlin aus werde er sich auch in Zukunft für den Landkreis Stade einsetzen. Vielleicht bestehe ja mal die Chance, einen Großinvestor anzulocken.
Für Grundmann rückt die Kommunalpolitikerin Kristina Kilian-Klinge aus Stade-Haddorf nach.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
|
Webseite von Jörg Dammann | |
Jörg Dammann auf Facebook | |
Jörg Dammann auf Instagram |
Kommentare