Landkreis Harburg
Hallenbäder drehen nur geringfügig am Thermostat
Die hohen Gaspreise machen den Hallenbädern im Landkreis Harburg zu schaffen. Angesichts der gestiegenen Kosten und der Sorge vor einer Gasunterversorgung im Winter drosseln Städte und Gemeinden die Temperaturen in ihren Schwimmhallen - denn diese werden meist mit Gas beheizt. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnt, die Schwimmausbildung von Kindern nicht zu beeinträchtigen.
Um Energie in den Hallenbädern zu sparen, gehen Städte und Gemeinden unterschiedliche Wege:
• Die Gemeinde Seevetal etwa senkt die Wassertemperatur in ihren beiden Schwimmhallen in Hittfeld und Over um jeweils zwei Grad. In den Nichtschwimmerbecken ist die Temperatur von 29 auf 27 Grad gefallen, in den Schwimmerbecken von 28 auf 26 Grad. Den Betrieb des auf 32 Grad beheizten kleinen Wärmebeckens für Kinder im Hallenbad Hittfeld hat die Gemeinde mittlerweile eingestellt. Mit Gas betriebene Blockheizkraftwerke versorgen jeweils die Hallenbäder in Hittfeld und Over mit Energie.
• Zur Beheizung des Buchholz Bades betreiben die Stadtwerke ebenfalls ein Blockheizkraftwerk. "Die Luft- und Wassertemperaturen wurden ebenso wie die Duschwassertemperatur leicht abgesenkt", informiert Hans Wurlitzer, Leiter des Bäderbetriebs.
Die aktuellen Temperaturen betragen demnach:
- beim Duschwasser 30 statt 37 Grad,
- im Hallen-Mehrzweckbecken 26 statt 28 Grad,
- im Babybecken 30 statt 32 Grad.
- Bei den Lufttemperatur wirkt sich das wie folgt aus:
- in der Halle sind 28 statt 30 Grad,
- in den Duschen 26 statt 28 Grad,
- in den Umkleiden 24 statt 26 Grad,
- im Foyer 21 statt 23 Grad.
Im Sinne der Schwimmförderung bei Kindern sei es durchaus möglich, die Wassertemperatur zu senken. "Die Kinderschwimmausbildung funktioniert ohne Einschränkungen. Viele Kinder tragen wärmende Neoprenshortys, welche wir in unserem Bademodenshop zum Kauf anbieten", erklärt Hans Wurlitzer.
Eine Verkürzung der Öffnungszeiten, um Energie zu sparen, sei aktuell nicht beabsichtigt und würde keine nennenswerten zusätzlichen Einsparungen schaffen.
• Auch die StadtwerkeWinsen beheizen ihr Freizeitbad "Die Insel" mit einem eigenem Blockheizkraftwerk (erdgasbetrieben), welches mittels Kraft-Wärme-Kopplung neben der benötigten Wärme gleichzeitig Strom erzeugt.
"Die Raum- und Wassertemperatur haben wir um ein bis vier Grad Celsius gesenkt und die Duschtemperatur um zwei bis drei Grad Celsius reduziert", so Stadtwerke-Sprecherin Kerstin Bahr. "Die Temperatur in den für die Schwimmförderung benötigten Becken wurden nur minimal reduziert und sie ist mit 31 Grad im Lehrschwimmbecken und 27 Grad im Sportbecken noch angenehm. Auch die Duschen sind mit einer maximalen Temperatur von 37 Grad noch ausreichend warm", so Bahr weiter. Die weiteren Temperaturen:
- Whirlpool und Warmbecken 34 Grad,
- Kinderbecken 32 Grad,
- Außenbecken 28 Grad,
- Schwimmhalle 29 Grad,
- Umkleide 29 Grad,
- Eingangshalle 23 Grad,
- Saunavorraum 27 Grad.
"In Kombination mit den diversen anderen Maßnahmen konnte der Energiebedarf für Strom und Gas deutlich gesenkt werden. Das Außenbecken wird noch im Herbst eine wärmeisolierende Abdeckung bekommen und durch die Verlegung der Revision in den Dezember, die gegebenenfalls auf vier Wochen erweitert wird, erwarten die Stadtwerke den Energiebedarf in dieser Heizperiode um 25 Prozent zu senken", so Bahr. "Bis dato sind die Öffnungszeiten unverändert. Ob in Zukunft eine Reduzierung erfolgen wird, lässt sich derzeit noch nicht absehen."
• Für das Schwimmtraining der Jüngsten ist eine bestimmte Wassertemperatur Voraussetzung. "Bis runter zu einer Wassertemperatur von 26 Grad können wir Schwimmausbildung machen. Dies ist dann aber nur mit Konzeptumstellungen und weniger Wasserzeit zu verwirklichen", erläutert Frederik Overkamp, Ausbildungsleiter im DLRG-Bezirk Nordheide. "Die Notwendigkeit für die Schwimmausbildung sehen wir als lebenswichtig an. Viele Kinder können leider immer noch nicht sicher schwimmen, wenn sie die Grundschule verlassen. Weiterhin kommen zu den Nichtschwimmern immer noch viele Flüchtlinge, welche oft auch Nichtschwimmer sind, dazu", so Frederik Overkamp. (bim/ts/thl).
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