Buchholz
BIG Arbeitsschutz baut Logistikzentrum mit moderner Technik

- Beim Spatenstich (v. li.): Sven-Patrick Hülsmann (BSS - Projektleiter), Sergej Kemler (Goldbeck, Bauleiter), Ludwig Frisch (Goldbeck, Projektleiter), Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, Dennis Ammann (BIG, Projektleiter), Jonathan Schliehe (Goldbeck-Geschäftsstellenleiter) sowie Marc Pingel, Malte Kuhring und Carsten von Ewegen (alle drei BIG-Geschäftsführer)
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Bevor in Deutschland gebaut wird, sind eine Menge (Bürokratie-)Hürden zu bewältigen. Davon berichtete jetzt Marc Pingel, Geschäftsführer der BIG Arbeitsschutz GmbH, einer der führenden Lieferanten von Arbeitshandschuhen, Berufsbekleidung und Sicherheitsschuhen in Deutschland und Europa. Das Unternehmen ist das erste, das aktuell im neuen Gewerbegebiet IV Trelder Berg Nord in Buchholz baut.
Abgesehen von teils kontroversen politischen Beratungen, das ehemalige Gelände der Baumschule Pengel in ein Gewerbegebiet umzuwandeln, nahmen der Bau von Erschließungsstraße, Regenrückhaltebecken und Linksabbiegespur sowie das Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen mehr als drei Jahre Zeit in Anspruch. "Da guckt man schon mal neidisch nach Fernost", sagte Pingel. Denn zum Beispiel in China werden ähnliche Bauwerke in wenigen Wochen fertiggestellt.
Der Hochbau für das neue BIG-Logistikzentrum mit moderner Lagertechnik hat in der Vorwoche begonnen. Jetzt erfolgte der offizielle Spatenstich mit allen Beteiligten. "Wer hätte gedacht, dass wir heute hier stehen?", meinte Marc Pingel zu dem denkwürdigen und richtungsweisenden Tag für BIG.
Marc Pingel bedankte sich bei allen Beteiligten, u.a. Projektleiter Dennis Ammann, Andreas Tietz von der Firma "terra Real Estate", das die Planung der elf Hektar großen Fläche der ehemaligen Baumschule Pengel an der B75 übernommen hat, der Firma Goldbeck für den Hallenbau, der Firma BSS, die für die funktionale Lagertechnik verantwortlich zeichnen wird, und Buchholz Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse.
An der Bürokratie verzweifelt
auch ein Bürgermeister
An der Bürokratie verzweifle mitunter auch ein Bürgermeister, gestand Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse. Allerdings werde der Bürokratieabbau seit vielen Jahren von wechselnden Regierungen versprochen. Umso mehr freute er sich, das Buchholzer Unternehmen BIG Arbeitsschutz durch den neuen Standort für die Nordheidestadt zu erhalten. Hätte das Unternehmen wegen mangelnder Expansionsmöglichkeiten abwandern müssen, wäre das "schmerzlich für den Kämmerer und für die Arbeitnehmer", so Röhse. Er lobte den Bau als "tolles Projekt" und würdigte die Präzisionsarbeit der am Bau beteiligten Arbeiter, die weiter wacker Stützpfähle setzten, als die Gäste zum Spatenstich eintrafen.
Er habe im Januar 2023 von BIG-Geschäftsführer Dennis Ammann erfahren, dass das Unternehmen gerne eine Halle hätte und im Sommer 2024v einziehen wolle, berichtete Jonathan Schliehe, Geschäftsstellenleiter des Bauunternehmens Goldbeck, das die Halle errichtet. Der Weg bis zum Baubeginn sei zwar kompliziert gewesen, aber: "Das Bauen ist einfach", meinte er.
Logistik und Büro erstmals
unter einem Dach
Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein 10.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum mit angeschlossenem dreistöckigen Bürogebäude, das auf 2.800 Quadratmetern nach modernsten Anforderungen errichtet wird. Somit sind nach über 40 Jahren der BIG-Unternehmensgeschichte Logistik und Büro unter einem Dach vereint.
"Wir ziehen dort hin, weil unser Unternehmen kontinuierlich und immer schneller wächst. Somit benötigen wir deutlich mehr Lagerkapazitäten und Büroräume, als wir an unserem jetzigen Standort bzw. unserem jetzigen Lager gewährleisten können. Zudem werden wir ein vollautomatisiertes Lager bauen, um so Prozesse zu verschlanken und zu beschleunigen", erläuterte Jouline Behrens, Teamleitung Marketing, auf WOCHENBLATT-Anfrage.
Das Logistikzentrum wird mit einem vollautomatischen Kleinteilelager (AKL) und einem automatischen Palettenhochregallager ausgestattet, ergänzt durch ergonomische Kommissionierbereiche und Robotertechnik für das Be- und Entladen und den automatisierten Nachschub. Die Lagertechnik wird voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2026 durch das Unternehmen BSS eingebaut.
Diese zukunftsweisenden Technologien sollen das Unternehmen stärken und den Buchholzer Arbeitsmarkt bereichern. Ab 2026 wird BIG Arbeitsschutz das Team um neue Mitarbeiter im Lager verstärken.
CO2-neutral mit PV-Anlage
und Blühstreifen
Der Neubau wird CO2-neutral, ausgestattet mit einer 950 kWp-Photovoltaikanlage, die durch eine Wärmepumpe ergänzt wird. Zudem sollen später Totholzflächen und Blühstreifen angelegt werden, um Insekten und kleinen Tieren Lebensräume zu bieten - auch als Nahrungsgrundlage für heimische Vögel. Für die Mitarbeiter sollen zehn E-Ladesäulen bereitgestellt werden, um die nachhaltige Mobilität zu fördern.
Auf ein Wort: Bürokratie-Irrsinn behindert Wachstum
Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse ist froh, einen der größten Gewerbesteuerzahler der Stadt Buchholz behalten zu haben. Und er kann wahrhaft froh sein: Denn der deutsche Bürokratie-Irrsinn verhindert seit vielen Jahren Wirtschaftswachstum und vertreibt große Unternehmen - womöglich sogar ins Ausland. Ein Verlust für den Wirtschaftsstandort Deutschland und für potenzielle Arbeitskräfte.
Mit einer Baugenehmigung ist es längst nicht getan. Zahlreiche Auflagen sind zu erfüllen - vorgegeben von den diversen öffentlichen Trägern. Im Falle von BIG Arbeitsschutz u.a. eine eigene Abbiegespur zur und von der Baustelle.
Bei der Bauverzögerung von mehr als drei Jahren sind auch die Baukosten immens gestiegen. Umso löblicher sind Unternehmergeist und Durchhaltevermögen der BIG-Führung.
Zum Vergleich: In China wird eine Brücke in wenigen Wochen gebaut, im Landkreis Harburg dauert das mal eben - von der Schadensfeststellung bis zum fertigen Neubau - bis zu acht Jahre.
Wenn in Bund und Land nicht schnell Bürokratie abgebaut wird, ist Deutschland ein Entwicklungsland. Bianca Marquardt
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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