Neujahrsempfang mit mahnendem Vortrag aus dem CFK-Valley
![Dr. Gunnar Merz hielt den Festvortrag](https://media04.kreiszeitung-wochenblatt.de/article/2019/01/29/3/3473_L.jpg?1563716946)
- Dr. Gunnar Merz hielt den Festvortrag
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lt. Stade. Mit einem beeindruckenden Auftritt des integrativen Chors "frisch gemischt" (siehe Kasten) begann am vergangenen Freitagabend der Neujahrsempfang der Hansestadt Stade im historischen Rathaus. "Unsere Musik kommt aus dem Herzen und geht direkt ins Herz", so Chorleiter Harald Winter kurz bevor die Männer, Frauen und Kinder verschiedener Nationen ihr selbst komponiertes Lied "Freundschaft" schmetterten. Alle Sprachen der Chormitglieder - von arabisch bis polnisch - sind in dem Lied vertreten.
Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der Band „BOP!“, die bereits im vergangenen Jahr das Publikum begeisterte.
Bevor Dr. Henning Kehrberg für sein herausragendes Engagement als erster Vorsitzender des Stader Kinderschutzbundes geehrt wurde (siehe Link unten), hörten die rund 150 geladenen Gäste einen Festvortrag von Dr. Gunnar Merz, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des CFK Valley e. V..
Der gebürtige Lübecker, der seit 23 Jahren in Stade lebt, spannte von hanseatischen Tugenden den Bogen zu Asien. Dort würden seiner Meinung nach Innovationen besser erkannt und umgesetzt als in Deutschland. Als Beispiel nannte er die Magnetschwebebahn Transrapid, die zwar in Deutschland entwickelt wurde, aber bislang nur in Asien fahre.
Ein gemeinsames Europa sei die Chance, in der globalisierten Welt nicht abgehängt zu werden, so Merz und sprach sich gleichzeitig entschieden gegen einen "Dexit" aus.
Merz betonte weiterhin die wichtige Rolle, die Stade im Bereich der Carbontechnologie weltweit spiele. "Auf der ,Carbonweltkarte' ist Stade ein dicker fetter Punkt", führte er fort. So kenne in den Carbonzentren in Japan und Korea jeder die Stadt Stade.
Merz plädierte dafür, die norddeutsche Bescheidenheit öfter abzulegen und nach außen zu tragen, was Stade Beeindruckendes zu bieten habe. "Wussten Sie zum Beispiel, dass der Smart von einem Stader entwickelt wurde"? fragte Merz die Zuhörer.
Damit Stade zu einem wirklich attraktiven Arbeitsplatz und Wohnort werden könne, müsste sich dringend der öffentliche Nahverkehr verbessern und die Verbindung nach Hamburg deutlich schneller werden. "Asiatischen Standards hält unsere Verkehrsinfrastruktur nicht stand", so Merz.
• Der Neujahrsempfang der Hansestadt Stade findet jährlich am 25. Januar statt. Der Termin ist historischen Ursprungs. Am 25. Januar 1606 einigten sich Verwaltung und Bürgerschaft im "Hauptrezess" auf die Grundlagen einer neuen Verwaltungsreform. Zwei Jahre zuvor hatten sich fast 200 Bürger in einem Aufstand gegen die Willkürherrschaft des Rates verschworen. Seither wirkte eine Vertretung der Bürgerschaft an allen wichtigen Entscheidungen mit und kontrollierte die Verwaltung insbesondere in finanziellen Angelegenheiten.
Singen als universelle Sprache
Der integrative Chor "frisch gemischt" wurde im Sommer 2018 von der Abteilung „Soziale Hilfen und Integration“ der Hansestadt Stade, in Kooperation mit dem Wiepenkathener Chor, gegründet. Mit dem Chorprojekt soll ein attraktiver, einfach zugänglicher „sozialer Raum“ im Altländer Viertel entstehen, der von allen Stadern genutzt werden kann. Hier sind Kommunikation und Begegnungen unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und Religion möglich, da das Singen als universelle Sprache Grenzen überwindet. Der Chor probt jeden Donnerstag um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung im Altländer Viertel in Stade und steht jedem offen.
Den Artikel über die Auszeichnung von Dr. Henning Kehrberg im Rahmen des Neujahrsempfangs finden Sie hier
![Dr. Gunnar Merz hielt den Festvortrag](https://media04.kreiszeitung-wochenblatt.de/article/2019/01/29/3/3473_L.jpg?1563716946)
![Der integrative Chor "frisch gemischt" unter der Leitung von Harald Winter (vorne re. an der Gitarre) begeisterte die Gäste des Neujahrsempfangs im Stader Rathaus Fotos: lt](https://media04.kreiszeitung-wochenblatt.de/article/2019/01/29/6/3476_L.jpg?1560857347)
Redakteur:Lena Stehr |
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