Der Sommer zieht Besucher in die Stadt
Was Bootstouristen an Stade schätzen
Da leben, wo andere Urlaub machen - das gilt sowohl für die Region Altes Land als auch für die Hansestadt Stade. Wer hier wohnt, kennt die schönen Ecken und Vorzüge der Stadt. Doch was macht Stade in den Augen von Besuchern zu einem sehenswerten Urlaubsziel? Das WOCHENBLATT hat im Stadthafen mit einigen Wassertouristen gesprochen und gefragt, was ihnen gut an der Hansestadt gefällt und welches Ziel sie ansteuern.
Besuch aus Berlin
Claudia und Christoph Weißenfeld liegen mit ihrem Boot bereits den dritten Tag im Stader Hafen. Sie sind schon seit Mai auf dem Wasser und haben den weiten Weg aus Berlin über den Mittellandkanal hinter sich. In Stade hat es ihnen neben der schönen Altstadt mit den Fachwerkhäusern und den Inselmuseen besonders die Orgel in der St.-Cosmae-Kirche angetan. "So eine große Orgel in so einer kleinen Kirche, das hat mich sehr beeindruckt", schwärmt Christoph Weißenfels. "Die gehört doch schon in einen Dom!" Auch die Vielzahl der Geschäfte in der Stader Innenstadt zur im Vergleich eher geringen Einwohnerzahl hat die beiden überrascht.
Mit dem Boot sind die beiden von April bis Oktober auf den Gewässern in Deutschland unterwegs. "Das ist wie unser Wohnmobil", sagt Claudia Weißenfels. In Stade wollten die Berliner eigentlich nur einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Cuxhaven machen. Doch der starke Wellengang hielt sie, wie auch viele der anderen Wassertouristen, länger im Hafen. Die Verzögerung stört die beiden nicht. "Es gibt ja genug zu sehen."
Erkundungstour auf der Elbe
Louisa Antoni und Wolfgang Ahrens liegen den ersten Tag im Stader Hafen. "Wir kommen aus Norderstedt und brauchten mal wieder einen Tapetenwechsel." Beide segeln schon seit über 40 Jahren und sind in dieser Zeit regelmäßig in Stade bei Familienangehörigen zu Besuch gewesen. "Stade ist ein wirklich nettes Städtchen", sagt Wolfgang Ahrens. "Gefühlt kennen wir hier zwar schon jede Milchkanne, aber man entdeckt dann doch immer wieder etwas Neues." Der gelernte Matrose und seine Frau wollen ebenfalls nach Cuxhaven, haben sich aber vorgenommen, den Rückweg deutlich langsamer zu gestalten. "Unser Ziel ist es, die Elbe mal so richtig zu erkunden und auf dem Weg in jedes noch so kleine Loch hineinzugucken, wo man auf dem Hinweg wegen der Strömung normalerweise nicht halten könnte."
Vielfältiges Kneipenleben
Für Dierk Schäfer aus Pinneberg ist Stade schon wie ein zweites Zuhause. "Ich empfinde eine tiefe Verbundenheit mit der Hansestadt. Mir gefallen die Altstadt und das Kneipenleben sehr gut", sagt Schäfer und zählt gleich eine Handvoll Kneipen auf, deren Wirte er bereits seit Jahren bis Jahrzehnten kennt. Er fährt schon seit 40 Jahren nach Stade, als noch die Frachtschiffe im Hafen lagen. "Seitdem hat sich viel verändert. Der neugebaute Anleger mit den Sanitäranlagen ist echt toll geworden", lobt Schäfer.
Unterwegs ist Schäfer nicht nur auf dem Wasser. An Bord der "Heike" stehen sein Fahrrad und ein E-Bike, mit dem er die Region um Stade schon weitläufig erkundet hat. Hier liegt sein einziger Kritikpunkt an der Hansestadt: die Radwege. "Gerade an der Schiffertors-Baustelle, wo doch eigentlich gerade ein neuer Radweg gebaut wurde, sind mitten auf dem Radweg Absätze drin, schade!", sagt Schäfer.
Für ihn ist diese Bootstour die erste Reise dieses Jahr, seit er zum Juli in den Ruhestand gegangen ist. "Ab nächstem Jahr, wenn auch meine Frau aufhört zu arbeiten, fahren wir wieder gemeinsam los."
Redakteur:Svenja Adamski aus Buchholz |
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