Bauernrechnen Borstel 27.02.25
Hat das Kritikerbashing der Politiker im Winsener Rathaus Methode?

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Alle Jahre wieder. Es wird groß was versprochen und nichts gehalten. Mehr dazu am Ende.

Nach der letzten Bürgerversammlung 2024 hatte ich ein Gespräch mit einer Person, die bei fast allen Bürgerversammlungen in Winsen zugegen ist. Die Aussage war: „Was hier in Borstel passierte war nicht in Ordnung, war nicht schön“. Borstel war der letzte Ortsteil, wo es meist hoch und kritisch herging. Jetzt wird es genauso langweilig wie bei den übrigen.

Aber keine Angst, mich hat es nur angespornt weiter kritisch und seriös zu bleiben. Wenn es mit Humor genommen wird, könnte man sagen, ich sehe mich dadurch in den Olymp der Kritiker aufgestiegen.
Wahrscheinlich stehe ich im Rating des Rathauses nach der Familie Herzberger und dem Vizepräsidenten des Sozialverbandes Herrn Poppinga an dritter Stelle der ungeliebten Kritiker.

Viele werden sich noch an den Artikel im Wochenblatt erinnern „200.000 Euro für Luftfilter in Schulen und Kitas“.
Es gab in der Coronazeit 2021 großen Streit zwischen der Familie Herzberger und dem Rathaus im Bezug auf Bereitstellung von Lüftern in den Schulen und Kitas. Die Meinungsverschiedenheiten gipfelten mit der These aus dem Rathaus, das die Familie Herzberger wohl Probleme mit ihrer Persönlichkeitsstruktur hätte.

Wie muss die Aktion der Familie Herzberger die Politik im Winsener Rathaus getroffen haben, das sie so um sich schlug. Schaut man sich die Vita der Familie Herzberger an, könnte aber auch ein gewisser Neidfaktor eine Rolle gespielt haben?

Weiter ging es dann mit dem Vizepräsidenten vom Sozialverband, Herrn Achim Poppinga. Der Artikel "Sozialverband holt zum Rundumschlag aus" schlug sehr hohe Wellen. Dieser hatte das Rathaus kritisiert, das man dort nicht mit Geld und Kritik umgehen kann und die Politiker im Rathaus  „Dorfpolitiker“ sind.

So eine „Demütigung“ der Obrigkeit hatte es in Winsen von einer Person, die man nicht mit Stammtischparolen in Verbindung bringen kann, noch nicht gegeben. Aber viele Winsener fragen sich immer noch, ob Herr Poppinga vielleicht doch recht hatte?

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden Gespräche mit dem Rathaus und den Beteiligten geführt.
Ob es zu einer Klärung und Entschuldigung gekommen ist, wurde nie öffentlich gemacht.

Unser Thomas Lipinski, Redakteur beim Wochenblatt, hat mit vielen Artikeln die Winsener Politik immer begleitet. Er hat oft kritisch und manchmal mit der ihm eigenen Ironie aber immer zutreffend geschrieben.
Aber aufgrund der sehr großen Reichweite vom Wochenblatt hat man es hingenommen und auf Protest verzichtet.

Nun noch einmal zurück zur letzten Bürgerversammlung in Borstel. Nach dem vorbereiteten Rundumschlag der Politik gegen die Kritiker, herrschte bei vielen Besuchern teilweise doch erschreckte Verwunderung, Stillschweigen. Die Frage unserer Ortsvorsteherin Hendrike König nach weiteren Wortmeldungen blieb daher auch ergebnislos.

Aber so hat nur die Politik erreicht, was sie will. Ihre Ruhe.
So darf Kritik nicht abgebügelt werden. Politiker müssen sich konstruktiver Kritik stellen. Sie werden dafür fürstlich bezahlt.
Laut Google steht dem ersten Mann im Rathaus eine Vergütung nach Besoldungsgruppe 5 der Besoldungstabelle Niedersachen zu. Plus Nebentätigkeiten.

Aber Eltern müssen fragen dürfen, warum ihre Kinder in desolaten Schulen unterrichtet werden. Einer der schönsten Spielplätze in Borstel einem Feuerwehrhaus weichen soll oder der Fußweg Heidlandsweg zum Sportplatz für Jung und Alt noch immer unfallträchtig ist, obwohl großmütig zugesagt wurde ihn 2024 zu reparieren.
Anwohner müssen fragen dürfen, warum die Straßenschäden durch die Glasfaserkabelverlegung noch immer nur behelfsmäßig ausgebessert sind. Es hieß mal beim letzten Bürgerrechnen, wo Teer drauf war, kommt wieder Teer drauf.
Frei nach Beckenbauer, schauen wir mal, ob es nach dem 27.02.25 Veränderungen gibt.

Artikel zum nachlesen. | Foto: Wochenblatt
Auch zum nachlesen. | Foto: Wochenblatt
Hier kann man lesen wie  Kritik mit Ironie zusammen passt. | Foto: Wochenblatt
Zum nachlesen. | Foto: Wochenblatt.
Leserreporter:

Rüdiger Störtebecker aus Winsen

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4 Kommentare

Leserreporter
Rüdiger Störtebecker aus Winsen
am 24.02.2025 um 15:41

Eine kleine Einordnung. Herr Jan Filter ist Mitglied der FDP. Mitglied im Kreisvorstand und wie er sich selbst beschreibt "der Kommunalpolitik sehr verbunden"

Leserreporter
Denis Scollie aus Winsen
am 24.02.2025 um 16:09

Für mich liest sich dieser Beitrag als Anreihung undifferenzierter Betrachtungen von Themen, die nur teilweise in einer kausalen Beziehung zueinander stehen.

Im Wesenskern habe ich in bald 14 Jahren, die ich in Winsen lebe, Menschen immer dann offen erlebt, wenn ich mit ihnen das Gespräch suchte und eine differenzierte, konstruktive Perspektive mit ihnen teilte. Wenn ich die Funktion einer werbefinanzierten Wochenblatt-Publikation nutze, um über statt mit Menschen zu sprechen und obendrein keine eigenen Lösungsansätze an den Tisch bringe, kann ich nicht erwarten, dass man mich ernst nimmt oder das Feedback bekomme, was ich erwarte.

Aufgrund der Haushaltssituation müssen Verwaltung und Politik auf Sicht fahren, eine "Ihr habt aber schon wieder nicht"-Polemik ist nicht zielführend. Dass trotzdem massiv in Infrastruktur investiert wird, ist ein klares Bekenntnis der Verantwortlichen zur Zukunft, man muss als Bürger nicht nur seine Befindlichkeiten wahrnehmen, sondern auch den Blick über den Tellerrand wagen. Ist alles perfekt? Sicherlich nicht, aber es gibt viel mehr Aufgaben als Gelder. Und mehr Steuern zahlen wollen Sie sicher auch nicht, Herr Störtebecker.

Winsen braucht dringend Menschen, die sich engagieren, die ihre Lebenserfahrung und Fähigkeiten zum Wohl der Stadt und Ortsteile einbringen. Das geht aber nur im Miteinander. Und nicht über ein Potpourri an subjektiven Empfindungen.

Leserreporter
Jan Filter aus Winsen
am 24.02.2025 um 16:15

Wie wäre es anstelle einer "Einordnung" (die sehr halbgar ist, da ich als Ortsvorsitzender vermutlich kommunalpolitisch überdurchschnittlich interessiert bin, aber dennoch nicht Teil der "Politik" im Sinne eines Mandates bin und daher auch nicht mehr über die leider nur angedeuteten Vorgänge weiß, als so in der Zeitung steht) damit, einfach die offenen Fragen aufzuklären und so den Artikel zu "reparieren"?

Gerade WEIL ich kommunalpolitisch interessiert bin, bin ich auf einer sinnvollen Berichterstattung durch Sie angewiesen und empfinde die Berichterstattung des Wochenblattes in der Regel auch als sehr hilfreich. Dieser Artikel ist jedoch kein gutes Beispiel dafür, es wird auch nicht besser, wenn anstelle einer Aufklärung merkwürdige "Einordnungen" meiner Person geäußert werden. Was ist der Zweck dahinter?