Buchholz und Dibbersen
Drei Bebauungspläne in der Diskussion

- Auf diesem Acker in Dibbersen soll das Neubaugebiet "Am Sonnenberg" mit 45 Wohneinheiten entstehen
- hochgeladen von Oliver Sander
Einstimmig, deutliche Mehrheit, knappe Mehrheit: Mit gleich drei Bebauungsplänen hat sich der Buchholzer Stadtentwicklungsausschuss in der vergangenen Woche beschäftigt. Während zwei B-Pläne wohlwollend zur Kenntnis genommen wurden, gab es bei einem Vorhaben zum Teil massive Kritik.
Bebauungsplan Lokgärten
Wenig auszusetzen hatten die Lokalpolitiker am Bauvorhaben "Lokgärten". "Das ist eine gute Planung, die für dringend benötigte Wohnungen sorgt", lobte Grünen-Ratsherr Philipp Schlumbohm. Auch von "vorbildlicher nachhaltiger Planung" war im Ausschuss die Rede Wie mehrfach berichtet, planen die Schröder Gruppe aus Winsen und das Hamburger Architekturbüro SKAI, auf einem etwa 1,7 Hektar großen Grundstück zwischen Heidekamp, Wiesenstraße, Hermannstraße und Rütgersstraße insgesamt 260 Wohneinheiten zu schaffen - davon 70 seniorengerechte Wohnungen. Der B-Plan muss jetzt noch vom Stadtrat beschlossen werden.
Bebauungsplan Innenstadt II Süd
Erstmals in der Öffentlichkeit vorgestellt wurde die Änderung des seit dem Jahr 1982 bestehenden Bebauungsplans auf einem etwa 1,5 Hektar großen Areal zwischen der Kirchenstraße und der Straße am Radeland. Dort stehen heute u.a. ein vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus sowie das Hotel Deutsches Haus. Ziel sei es, langfristig Baurechte zu schaffen, derzeit seien keine Bautätigkeiten geplant, erklärte Stadtplanerin Claudia Dappen vom Büro BPW aus Bremen.
Deshalb bleibe auch das Hotel erhalten. Geplant ist, mittel- bis langfristig dort ein größeres Gebäude zu bauen, in dem eine Hotelnutzung möglich sein soll. Vorgesehen ist zudem ein weiteres mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus Am Radeland. Die genaue Zahl der zusätzlichen Wohneinheiten sei zum derzeitigen Zeitpunkt noch ungewiss, sagte Dappen. Buchholz' Stadtbaurat Stefan Niemöller empfahl, der Planung zuzustimmen. Man habe die "historische Chance", den mehr als 40 Jahre alten B-Plan aufzulösen. Laut diesem ist an der Kirchenstraße der Bau von bis zu sechsgeschossigen Gebäuden möglich. Der Ausschuss folgte dem und empfahl bei zwei Enthaltungen, die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung vorzubereiten.
Bebauungsplan Sonnenberg
Bereits im Oktober 2018 gab die Buchholzer CDU die Initialzündung für das Neubaugebiet in Dibbersen. Seitdem wurden die Pläne mehrfach geändert (das WOCHENBLATT berichtete). Wie berichtet, möchte das Volksbank-Tochterunternehmen Gesellschaft für Entwicklung und Bauen (GEB) auf einem etwa 2,6 Hektar großen, bislang landwirtschaftlich genutzten Areal 45 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien- und Reihenhäusern sowie in einem Mehrfamilienhaus umsetzen.
Deutliche Kritik an der Planung gab es von der fraktionslosen Ratsfrau und ehemaligen Ortsbürgermeisterin von Dibbersen, Gudrun Eschment-Reichert. Es sei nicht nachhaltig, in der heutigen Zeit noch Neubaugebiete auf der grünen Wiese zu planen, kritisierte Eschment-Reichert. Dass die Planer von 70 Prozent Pkw-Verkehr in dem Gebiet ausgehen, sei eine "rückwärtsgewandte" Politik. "Die Planung verstößt gegen die Grundsätze, die wir uns in Buchholz selbst auferlegt haben." Auch Grit Weiland von der Buchholzer Liste kritisierte die Planung: "Es ist nicht zukunftsweisend, immer neue Bau- und Gewerbegebiete auszuweisen." Man solle stattdessen auf Nachverdichtung setzen, wie beim B-Plan "Innenstadt III Süd".
Der Ausschuss empfahl den Auslegungsbeschluss für den B-Plan "Sonnenberg" mehrheitlich: CDU und FDP stimmten dafür, Grüne und Buchholzer Liste dagegen. Die SPD enthielt sich.
Redakteur:Oliver Sander aus Buchholz |
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