Potenzielle Wohnbauflächen: Planungsausschuss fordert mehr Fakten
kb. Seevetal. Eigentlich erfreulich: Gleich für zehn Flächen in der Gemeinde Seevetal gibt es Interessenten, die dort Wohnbauflächen entwickeln wollen. Doch zu einem grundsätzlichen Votum für die Vorhaben konnte sich der Ausschuss für Planung und Umwelt dennoch nicht durchringen. Aus verschiedenen Gründen: Knut-Michael Wichalski (AfD) und auch Dr. Irmelin Schütze (Freie Wähler) mangelte es an Fakten zu den Folgekosten, Dr. Lars Teschke (Grüne) sah Umweltbelange zu wenig berücksichtigt, Heiner Steeneck (SPD) wollte nicht, dass die Gemeinde sich „sehenden Auges in Probleme reinplant“. Lediglich die CDU hätte gerne für die Vorhaben gestimmt - doch soweit kam es gar nicht. Der Ausschuss nahm die Planungen lediglich zur Kenntnis, die Verwaltung will jetzt Zahlen nachreichen und dann soll noch einmal in den Fraktionen beraten werden.
Anlass der von der Verwaltung vorbereiteten Zusammenstellung war es, ein Signal an potenzielle Investoren zu senden. „Wir wollen als Gemeinde ein verlässlicher Partner sein und deshalb möglichst früh signalisieren, ob sich die weitere Verfolgung eines Bauvorhabens lohnt oder nicht“, so Fred Patzwaldt, Leiter der Planungsabteilung.
Die Flächen, um die es geht, sind:
• ein ca. 1,3 Hektar großes Areal an der Winsener Landstraße/Hittfelder Landstraße in Fleestedt, hier soll eine Wohn- und Pflegeanlage für Senioren gebaut werden
• mehrere Flächen von insgesamt rund 4,4 Hektar, die sich nördlich und östlich an den alten Ortskern von Fleestedt anschließen
• ein 3,5 Hektar großes Areal an der Glüsinger Straße am östlichen Ortsrand von Fleestedt
• Flächen am westlichen Ortsrand von Emmelndorf am Eddelsener Weg und der Lindenstraße mit 3,4 Hektar
• die „Erdbeerfelder“ an der Glüsinger Straße in Meckelfeld mit insgesamt 7,2 Hektar
• ein 0,8 Hektar großes Areal an der Rönneburger Straße am nördlichen Ortsausgang von Meckelfeld
• eine für ca. zwölf Bauplätze geeignete, 1,2 Hektar große Fläche am Bargweg in Bullenhausen
• das „Gemüseland“ in Over, im rückwärtigen Bereich der Straßen Overdamm und „Alter Elbdeich“, wo 40 bis 50 Wohneinheiten auf 7 Hektar entstehen könnten
• ein 2,5 Hektar großes Areal an der Ohlendorfer Straße in Ohlendorf auf Höhe der dortigen Tankstelle
• 2,8 Hektar an der Ramelsloher Allee/Marxener Straße in Ramelsloh.
Während zum Beispiel die Planungen an der Winsener Landstraße in Fleestedt im Ausschuss auf breite Zustimmung stießen, zeichnen sich bei anderen Flächen bereits im Vorfeld Probleme ab. Thema, wie so oft in Seevetal, ist dabei vor allem die Oberflächenentwässerung. Für Knut-Michael Wichalski hakt es an ganz anderer Stelle: „So lange wir nicht wissen, wie viele Wohneinheiten auf den jeweiligen Flächen geplant sind, können wir auch die Folgekosten, die z.B. durch zusätzliche Krippen- und Kitaplätze entstehen, nicht absehen.“ Er forderte die Verwaltung deshalb auf, diese Fakten nachzureichen. Dass der Zuzug von Familien natürlich auch Kosten in der Infrastruktur verursacht, sah auch Klaus-Dieter Kirchhoff (SPD) ein. „Aber wir brauchen junge Familien für die Zukunft der Gemeinde“, so der Sozialdemokrat.
In Kürze soll erneut über die Flächen beraten werden.
Redakteur:Katja Bendig aus Seevetal |
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