Digitale Zukunft für kleine Häuser
Fachtagung im Marstall stärkt Digitalisierung kleiner Museen

"Wie gelingt die Digitalisierung in kleinen Museen?" Bei einer Tagung im Museum im Marstall gingen zahlreiche Teilnehmer dieser Frage nach | Foto: Museum im Marstall
  • "Wie gelingt die Digitalisierung in kleinen Museen?" Bei einer Tagung im Museum im Marstall gingen zahlreiche Teilnehmer dieser Frage nach
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Ob Touchscreen, Social Media oder Virtual Reality – die digitale Transformation ist längst auch im Museumsbereich angekommen. Doch während große Häuser oft auf spezialisierte Teams und finanzielle Mittel zurückgreifen können, stehen kleinere Museen vor besonderen Herausforderungen. Wie digitale Elemente dennoch erfolgreich in die museale Arbeit integriert werden können, zeigt das Projekt „Kleines Museum als digitaler Möglichkeitsraum“, das seit knapp drei Jahren vom Museum im Marstall in Winsen  gemeinsam mit Partnermuseen aus Niedersachsen und Bremen umgesetzt wird. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Unterstützung, Wissenstransfer und der Aufbau eines Netzwerks. Im Rahmen einer Fachtagung wurden nun zentrale Ergebnisse des Projekts vorgestellt.

Die Veranstaltung im Museum im Marstall versammelte zahlreiche Museumsmitarbeitende aus ganz Niedersachsen und machte deutlich, welchen Stellenwert digitale Vermittlungsformen auch für kleinere Einrichtungen heute haben. Projektleiter Tammo Hinrichs, Medienpädagoge im Museum im Marstall, konnte die Gäste persönlich begrüßen und durch das abwechslungsreiche Programm führen. In Vorträgen, Präsentationen und Workshops erhielten die Teilnehmenden fundierte Einblicke in digitale Werkzeuge und Methoden – immer mit Blick auf die besonderen Bedingungen kleiner Museen, die oft auf ehrenamtliches Engagement und begrenzte Ressourcen angewiesen sind.

So betonte Dr. Thomas Overdick, Geschäftsführer des Museumsverbands Niedersachsen und Bremen e. V., in seinem Impulsvortrag die Notwendigkeit einer klaren Digitalstrategie – und machte zugleich deutlich, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist, sondern stets im Zusammenspiel mit der analogen Museumsarbeit zu denken sei. Dr. Antje Schmidt vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zeigte in ihrem Beitrag praxisnahe Ansätze, wie digitale Medien insbesondere im Bereich der Vermittlung einen Mehrwert schaffen können – auch mit überschaubarem Aufwand.

Ein zentrales Anliegen des Projekts war es von Beginn an, Museen niederschwellig beim Einstieg in digitale Prozesse zu begleiten. Neben Beratungsgesprächen und einer online zugänglichen Museums-Toolbar gehört dazu auch der kontinuierliche Austausch im eigens aufgebauten Projektnetzwerk. Hier haben sich im Laufe der Projektzeit vielfältige Impulse und Lösungen entwickelt, die nun auf der Fachtagung präsentiert wurden. Teilnehmende des Netzwerks zeigten anschaulich, wie Social Media, VR-Technologie oder interaktive Videoformate auch im kleinen Rahmen sinnvoll eingesetzt werden können.

Besonders praxisnah wurde es in den Workshops: Hier konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden, Fragen stellen und neue Ideen entwickeln – etwa zur Gestaltung digitaler Inhalte in sozialen Netzwerken oder zum Einsatz von Virtual Reality-Brillen im Ausstellungsbetrieb. Das positive Feedback zeigt: Das Format hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Lust auf Veränderung gemacht.

Die Tagung war zugleich ein würdiger Abschluss des Projekts, das in Zukunft weiterwirken wird. Denn das entstandene Netzwerk soll als Fachgruppe „Kleines digitales Museum“ dauerhaft im Museumsverband Niedersachsen und Bremen verankert werden. Damit bleibt der Austausch lebendig – und viele kleine Museen profitieren weiterhin von der gebündelten digitalen Kompetenz.

Alle Informationen, Materialien und Einblicke in die im Projekt erarbeiteten Inhalte sind online abrufbar unter: www.museum-im-marstall.de/kleines-museum-digital.

Redakteur:

Anika Werner aus Winsen

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